Möglichkeiten der Binnendifferenzierung

Kennen Sie das folgende Problem auch? „Während die starken Teilnehmer (mit Lernerfahrung und/oder Hochschulabschluss) zwei Minuten für eine Übung brauchen, beschäftigen sich die schwachen TN (frisch alphabetisiert, in ihrer Heimat nicht einmal eine Berufsschule abgeschlossen) mindestens zehn Minuten damit und schaffen es gerade so mit meiner Unterstützung. Dann beklagen sie sich noch lautstark, dass wir viel zu schnell arbeiten würden, obwohl wir angesichts der uns zur Verfügung stehenden Stunden schon stark im Verzug sind.“ (KB)

Diese und ähnliche Situationen sind oft nur durch Binnendifferenzierung zu lösen. Wie stark man differenzieren will (oder kann) hängt immer von mehreren Faktoren ab, wie zum Beispiel die zur Verfügung stehende Zeit oder die Ausprägung der Niveaudifferenzen.

Folgende Maßnahmen empfehlen sich aber auf jeden Fall:

1. Man kann versuchen, das Niveau immer gerade so zu halten, dass die Schwächeren noch mitkommen aber sich die stärkeren nicht allzu sehr langweilen. Man kann die stärkeren Lerner auch mit anderen, zusätzlichen Aufgaben beschäftigen. Diese können auch Spiele sein, die die Lernenden selbstständig oder in Kleingruppen bearbeiten. (ScrableStadt-Land-Fluss, Schiffe versenken usw.) Hilfe kann auch der häufige Wechsel der Lernmethoden, der Medien und der Materialien verschaffen.

2. Eine weitere Möglichkeit ist, „stärkere Lerner“ als Tutor und Lerntandempartner einem „schwächerem“ Lerner zuzuordnen. Das unterstütz die Kompetenzentwicklung aller Parteien im Unterricht. Man muss aber bei dieser Methode unbedingt beachten, dass die guten („stärkeren“) Teilnehmerinnen und Teilnehmer eventuell protestieren werden, wenn sie viel zu oft mit den schwächeren zusammen arbeiten müssen.

Einige Beispiele für differenzierte Übungen und Aufgaben:

  • Lesetexte mit Fragen dazu für die starke Gruppe. <————-> Einfache Lückentexte, Bild-Text-Rätsel, Schreibübungen für die andere.
  • Wortschatzposter zeichnen lassen oder kleine Dialoge erarbeiten lassen, die auch aufgeschrieben werden. (sowohl für die Stärkeren als auch für die Schwächeren geeignet, man muss nur den Schwierigkeitsgrad der Fragestellungen anpassen)
  • Einen Teil der Gruppe, falls die Möglichkeit besteht, am Computer oder am Tablet beschäftigen, den anderen Teil mit papierbasierten Aufgaben.

Erstellt anhand der Beiträge der Gruppenmitglieder und anhand eigener Erfahrungen von HS

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